Die einen waren von Herrnhut aus zu Fuß unterwegs nach Kopenhagen, andere ritten auf dem Yak im Hochgebirge Zentralasiens; die einen litten auf ihrer Seereise unter mancherlei Krankheiten, andere wurden in der Karibik gekapert; einer nahm als Sprachkundiger an einer Rettungs- und Forschungsexpedition durch die Nordwestpassage teil, saß mit der Mannschaft zwei Winter im Eis fest und erlebte Begegnungen mit Bären im Zelt; der andere besang im klassischen Versmaß die Schönheit der Natur anläßlich einer Flußreise in Suniram. Ungefedert war der Karren, der Theophil Nitschmann nach Houtkloof (Südafrika) brachte - zu Pferd zogen Missionare und Händler zu den Indianern an der Miskitoküste Nicaraguas. Alleinreisende Witwen waren nicht sicher vor zweideutigen Situationen, aber sie erlebten auch barmherzige Kapitäne. In ihren Briefen aus Labrador lassen Traugott und Catherina Vollbrecht ihre Kinder teilnehmen an den Besuchen anderer Stationen, während Theophil Richard 1891 Tagebuch führt über die erste Missionsreise nach Makapalile, Keimzelle für die heute vier Provinzen der Brüderunität in Tansania. Christian I. La Trobe besichtigt bei Rückkehr aus Südafrika den Verbannungsort Napoleons auf St. Helena. Friedrich Böhnisch wird während des Heimaturlaubes aus Grönland in Gardeleben zum Militärdienst gepreßt.
Missionare der Herrnhuter Brüdergemeinde waren Handwerker, Forscher, Kaufleute auf ihren Wegen in die Welt. Als Hartmut Beck 1982 die Geschichte von 250 Jahren Brüdermission unter dem Titel »Brüder in vielen Völkern« veröffentlichte, sammelte er einige der vielseitigen Reiseberichte aus zwei Jahrhunderten, die nun als Ergänzung des historischen Bandes vorgelegt werden. Wege in die Welt - die Reiseberichte der Brüder und Schwestern sind Zeitdokumente, geistlich, geschichtlich, geografisch, eine Fundgrube auch heute im Zeitalter weltweiter Kommunuikation.
Pb., 12,5 x 20 cm, 300 Seiten, NEU!